Online-Vortrag: Cradle to Cradle auf der Baustelle – wie geht ressourcenschonendes Bauen?


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Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Grüne Bauvision” von MdL Ursula Sowa spricht am Freitag, 23. Oktober, Prof. Dr. Natalie Eßig zum Thema “Cradle to Cradle auf der Baustelle – wie geht ressourcenschonendes Bauen?”. Jährlich fallen in Bayern ca. 50 Mio Tonnen Bauabfälle durch Errichten, Umbauen oder Abbrechen von Bauwerken und Gebäuden an. Nur 60% des mineralischen Bauschutts in Bayern wird wieder recycelt. Gleichzeitig werden Ressourcen wie Sand oder Kies bedrohlich knapp – und Zement, entscheidender Bestandteil von Beton, braucht in der Herstellung so viel Energie, dass weltweit etwa acht Prozent der Treibhausgasemissionen auf seine Kappe gehen! Wie kommen wir aus dieser Ressourcenfalle? Indem wir viel stärker auf nachhaltige Baustoffe und Wiederverwertung setzen. Wie das geht, wird Natalie Eßig bei dem Online-Vortrag nach einer kurzen Einführung durch die Bamberger Landtagsabgeordnete Ursula Sowa näher ausführen und auch Fragen beantworten.

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Zur Person:

Prof. Dr.-Ing. Natalie Eßig, Jahrgang 1977, ist Architektin und seit 2013 Professorin für Baukonstruktion und Bauklimatik an der Hochschule München. Zudem ist sie Auditorin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sowie Energieberaterin.

Nach dem Studium arbeitete Natalie Eßig zunächst als Architektin im Bereich energieeffizientes und nachhaltiges Bauen. Zu dieser Zeit gründete sie die essigplan GmbH, die Architekturprojekte – schwerpunktmäßig Denkmalprojekte – umsetzt sowie Energieberatungen, Nachhaltigkeitsbewertungen (DGNB, BREEAM, LEED), Ökobilanzierungen und Lebenszykluskostenanalysen durchführt.

Ab 2004 übernahm Natalie Eßig Lehraufträge und arbeitete im Fachbereich Architektur der TU Darmstadt an einer Dissertation zum Thema “Nachhaltigkeit von Olympischen Bauten – Leitlinien für nachhaltige Architektur bei sportlichen Großveranstaltungen”, die sie 2010 abschloss. Gefördert wurde sie durch ein Promotionsstipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Von 2008 bis 2013 war Dr. Natalie Eßig als Akademische Rätin an der Fakultät für Bauingenieurwesen der Technischen Universität München sowie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Bauphysik tätig. Dort leitete sie eine Forschungsgruppe zum Thema nachhaltiges Bauen.

2013 erhielt Dr. Natalie Eßig einen Ruf als Professorin an die Hochschule München. Hier arbeitet sie seitdem an der Fakultät für Architektur im Fachgebiet Baukonstruktion und Bauklimatik. In der Lehre setzt sie ihre Schwerpunkte auf Baukonstruktion, nachhaltiges und ressourceneffizientes Bauen sowohl für den Neubau als auch in der Altbausanierung. Die von ihr geleitete Forschungsgruppe und von ihr betreute Doktoranden beschäftigen sich in nationalen und internationalen Forschungsprojekten vorrangig mit der Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden und Stadtquartieren sowie deren Architektur- und Energiekonzepten unter Beachtung des gesamten Lebenszyklus. Weitere Themen sind Ressourceneffizienz, Ökobilanzierung, Lebenszykluskosten, Sportstättenbau, Architekturkonzepte für Plusenergiegebäude im Bestand und Neubau sowie für den Rückbau.

Als eine Ausgründung der Hochschule München entstand 2015 das Bau-Institut für Ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen GmbH (BiRN), dessen Gesellschafterin und Prokuristin Prof. Eßig ist. Das Institut ist eine Zertifizierungsstelle für das Bewertungssystem Nachhaltige Kleinwohnhausbauten (BNK) des Bundesbauministeriums. Das zugrunde liegende Bewertungssystem entwickelte Prof. Eßig im Rahmen von nationalen und internationalen Forschungsprojekten. Zudem war sie maßgeblich an der Entwicklung des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) für Büro und Verwaltungsgebäude beteiligt, das seit 2011 für Bundesbaumaßnahmen verbindlich ist.

“Nachhaltigkeit und ökologische Themen sind im Bauwesen längst noch nicht angekommen”, erläutert Prof. Eßig ihre Motivation. “Wenige Großbauprojekte zeigen hier bereits erste Ansätze. Bei kommunalen Bauten oder im privaten Wohnungsbau liegt das Thema aber noch in weiter Ferne. Hier möchte ich angreifen und Nachhaltigkeit in den Alltag unserer Baupraxis integrieren.” Dabei geht es ihr nicht nur um Energie- und Ressourceneffizienz, sondern sie berücksichtigt auch Aspekte der Baukultur, der Gesundheit, der Umnutzungsfähigkeit und des gesamten Lebenszyklus. Von Bedeutung sind neben der Effizienz (“besser” Bauen) auch Suffizienz (“weniger” Bauen) und Konsistenz (“anders” Bauen). Zur Reduzierung des Flächenbedarfs und des ökologischen Fußabdrucks von Gebäuden setzt sie sich insbesondere mit der Bestandsanierung auseinander.

Prof. Eßig organisiert zu Fragen des nachhaltigen Bauens Konferenzen und Workshops wie die Münchner Runde für nachhaltiges Bauen, die Nachhaltigkeitskonferenz sb13 munich oder die sbe16 Hamburg (Sustainable Built Environment Conference). Zudem ist sie eine gefragte Vortragsrednerin.

Ihre Ideen setzt Natalie Eßig auch privat um. So sanierte sie mit ihrer Familie einen denkmalgeschützten fränkischen Bauernhof, den sie nach 20 Jahren Leerstand wieder “aus dem Dornröschenschlaf” erweckt hat. Die Stallanlagen neben dem Wohnhaus sollen Raum für Seminare und Veranstaltungen rund um die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit bieten.

Prof. Eßig ist Mitglied zahlreicher Beiräte und weiterer Gremien. Sie ist u.a. Wissenschaftliche Beirätin des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BiSP) und der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) sowie externe Sachverständige der Energiekommission der Stadt München. Bei der DGNB leitet sie die Arbeitsgruppe “Sportstättenbau”. Zudem gehört sie dem Vorstand der Internationalen Vereinigung Sport-und Freizeiteinrichtungen (IAKS), dem Arbeitskreis UIA Sports and Leisure, der Vertreterversammlung der Bayerischen Architektenkammer sowie dem Runden Tisch Nachhaltiges Bauen des Bundesumweltministeriums an.

Prof. Dr. Natalie Eßig setzt sich in Forschung, Lehre und Praxis dafür ein, dass ein nachhaltiges, umwelt- und klimaschonendes Bauen zur Selbstverständlichkeit wird. Für dieses Engagement erhält sie den B.A.U.M. | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis 2019 in der Kategorie “Wissenschaft”.

Quelle: baumev.de

 

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Historie der Reihe “Grüne Bauvision”

2019: Herausforderung Wärmewende – Klimaschutz im Gebäudebereich. Mit Barbara Metz, stv. Geschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH)