Aktionsprogramm Klimahäuser für Bayern: nur leere Ankündigungen

In Ihrer Regierungserklärung Ende Mai 2021 bekannte sich Staatsministerin Michaela Kaniber zum Bauen mit Holz und kündigte mit großen Worten den Startschuss für ein Fünf-Punkte-Aktionsprogramm „Klimahäuser für Bayern“ an. In den kommenden Jahren will die Staatsregierung den Freistaat im Rahmen des Aktionsprogramms zum führenden Holzbauland in Deutschland machen. 

Mit einer schriftlichen Anfrage haben meine MdL Kollegen Hans Urban, Jürgen Mistol und ich beim Ministerium nachgefragt und wollten wissen, wie dieses Programm genau ausgestaltet ist. Die Antwort zeigt: Es wurde mal wieder nur groß angekündigt und viel versprochen – nichts als leere Worte! Die Ausgestaltung des Aktionsprogramms ist noch völlig unklar! Und nicht nur das: Staatsministerin Kaniber äußerte in ihrer Regierungserklärung auch den Wunsch, dass der Staat beim Holzbau eine Vorbildfunktion einnehmen solle. Deshalb müsse es das Ziel sein, „dass wir überall, wo es geht, auch mit Holz bauen“, so Kaniber. Gesetzliche Vorgaben sind laut Staatsministerium hierfür allerdings nicht vorgesehen. So bleibt der Wunsch ohne Regeln auch nur das – ein frommer Wunsch.   

Dabei kann die Weiterentwicklung des Holzbaus maßgeblich dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Denn in verbautem Holz und in Holzwerkstoffen werden Kohlenstoff langfristig gebunden und somit die CO2-Emissionen reduziert. 

Mit unserem grünen Antrag „Auf Holz bauen – neue Fördermöglichkeiten im Wohnungsbauprogramm schaffen“ fordern wir daher die Staatsregierung auf, im Rahmen der Wohnraumförderung ein Konzept zur Förderung von Objekten mit erheblichen Holzanteil vorzulegen. Wir wollen, dass der Einsatz von Holz für den Neubau und die Neuschaffung von geförderten Mietwohnungen, Studierendenwohnraum sowie den Neubau, die Neuschaffung oder den Ersterwerb von selbstgenutztem Wohnraum durch ein Zusatzdarlehen und einen Zuschuss gefördert wird. Die Darlehenshöhe bestimmt sich hierbei nach der verwendeten Holzmenge. Zudem muss das Holz fest verbaut sein und aus nachhaltigen Quellen stammen, beispielsweise nach PEFC- oder FSC-Zertifizierung. Daneben fordern wir, dass im Bayerischen Modernisierungsprogramm für die Verwendung ökologischer Dämmstoffe und für das Erreichen besonderer energetischer Qualitäten ebenfalls ein Zuschuss gewährt wird.

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