Ursula Sowa mit ihrer Lieblingsmaske. Darauf zu sehen die Totentanz-Darstellung in der Kirche des Bamberger Klosters St. Michael: Der Tod bläst Seifenblasen.

Mein Corona-Alltag: Mehr Wald, weniger Kino

Wie verändert Corona das Leben einer Landtagsabgeordneten? Sieben Fragen an Ursula Sowa – zum Alltag, zu Entsagungen, aber auch neuen Entdeckungen.

Was ist anders am MdL-Dasein jetzt im Vergleich zu vor Corona?
Der Terminkalender war voll mit Vorortterminen quer durch Bayern, diese Termine haben sich jetzt ins Internet verlegt. Der unmittelbare persönliche Austausch fehlt mir sehr! Andrerseits bin ich fasziniert, an einem Tag an mehreren Konferenzen teilnehmen zu können, was sich sonst verboten hätte.

Welcher coronabedingte Verzicht schmerzt dich am meisten?
Meine beiden Büros in München und Bamberg haben ich auf homeoffice umgestellt, dabei hat es mir immer gut gefallen mit meinen Mitarbeiter*innen Teamideen zu entwickeln und dabei Tee zu trinken. Und was mir schon sehr schwer fällt, ist, doch mal wieder unbeschwert ins Kino zu gehen oder in ein Konzert der Bamberger Symphoniker. Aber am schlimmsten ist es, dass ich meinen Sohn seit einem Jahr nicht mehr live gesehen habe. Er lebt in Wien.

Was ist dein persönlicher Knuffelkontakt (Ehemann nicht mitgerechnet)?
Die einigen wenigen Live-Kontakte zu Menschen in meinem nahen Umfeld weiß ich nun umso mehr zu schätzen, da wird zwar nicht geknuffelt, aber die menschlichen Schwingungen werden intensiver. Und ich liebe die regelmäßigen Videoanrufe mit meiner engsten Familie.

Welche neuen Fähigkeiten/Seiten hast du an dir entdeckt?
Ich genieße wieder Spaziergänge durch den Wald, oder das Joggen oder Nordic Walken. Dafür hatte ich sonst nie Zeit! Ich bin trotz Corona nach wie vor sehr ausgefüllt und habe die Fähigkeit entdeckt, auch in einem engeren Radius mich wohl zu fühlen.

Welche Erkenntnis hat dich am meisten erstaunt?
Auch unsere unmittelbare Umgebung bietet so viel Schönes! Den Michelsberger Wald in Bamberg, ganz in meiner Nähe, entdecke ich gerade völlig neu.

Welches besondere Corona-Erlebnis oder welche besondere Corona-Begegnung hattest du?
Im Landtag habe ich erlebt, wie die unzählig vielen Plexiglasscheiben im Plenarsaal sehr aufwändig installiert wurden, da wusste ich, die Lage ist sehr ernst und andauend! Und erst wenn die wieder abmontiert werden, ist die Pandemie vorbei.

Mal geträumt: Ganz plötzlich ist morgen Corona vorbei und es gibt keinerlei Beschränkungen … was würdest du morgen tun?
Ich besuche meinen Sohn in Wien, meine Tochter in Stuttgart und treffe mich privat und beruflich wieder im Café und im Büro und: ich werde gleich dreimal hintereinander ins Kino gehen.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.