Corona oder die Tauglichkeit von Ausreden

Es war einmal ein Verkehrsminister, das war der Alex, mit Nachnamen Dobrindt, und der war von der CSU. Als er Verkehrsminister war, vor einigen Jahren, hat er wenig für den Klimaschutz getan. Das ist bei der CSU so das übliche Vorgehen: Viel für den Klimaschutz reden, wenig dafür tun.

Heute aber ärgert sich der Alex. Denn zur Zeit gibt es eine Superministerin namens Corona am Kabinettstisch der Bundesregierung, die zeigt, was alles gehen könnte – auch im Bereich Verkehr. Zum Beispiel: Die Corona hat doch glatt den Flugverkehr von heute auf morgen nahezu vollständig lahmgelegt, wo es der Alex nicht einmal fertiggebracht hat, wenigstens ein bisschen Kerosinsteuer einzuführen.

Diese Corona kann der Alex gar nicht leiden. Deshalb musste er in einer Pressemitteilung, die er als Landesgruppenchef der CSU im Bundestag veröffentlicht hat, ziemlich wichtigtuerisch mahnen: „Die Corona-Pandemie darf nicht als Ausrede genutzt werden, um jetzt bei den Klimaschutzmaßnahmen nachzulassen.“

Da hat er in gewisser Weise Recht, der Alex. Corona ist wirklich keine gute Ausrede dafür, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht umgesetzt werden können. Im Gegenteil: Corona ist viel mehr der Beweis dafür, wie wichtig und wie möglich einschneidende Maßnahmen sind, wenn es um existenzielle Probleme geht. Man müsste halt nur endlich den Klimawandel als ebenso existenzielles Problem wie Corona akzeptieren.

Aber darum geht es dem Alex wohl eher nicht. Der will sich im bevorstehenden Bundestagswahlkampf nur wieder taktisch als Klimaschützer profilieren, obgleich er das gar nicht ist. Und eigentlich ist er vermutlich einfach nur neidisch, weil ihm damals als Verkehrsminister keine so gute Ausrede eingefallen ist.

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