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Erst Kunst, dann Abfall?

Der Oberste Rechnungshof stellte fest: Kunst am Bau wird in Bayern erst teuer bezahlt und dann dem Verfall preisgegeben. Ein grüner Antrag will dem ein Ende setzen und hatte einen ersten Erfolg.

Der Freistaat nimmt für Kunst am Bau viel Geld in die Hand und hat in den vergangenen Jahren einen bayernweit stetig wachsenden Bestand an Kunstobjekten erworben – aber die Söder-Regierung lässt sie jetzt leider verfallen. Dies bemängelte vor kurzem der Oberste Rechnungshof (ORH). Eine grüner Antrag, den Ursula Sowa im Bauausschuss vertrat, sorgt nun dafür, dass die Staatsregierung Bericht erstatten und darlegen muss, wie sie dem Problem abhelfen will.

Bei Großen Staatlichen Baumaßnahmen werden bis zu zwei Prozent der Kosten für Kunst am Bau ausgegeben, allein zwischen 2010 und 2016 nach Angaben ORH rund 6,2 Millionen Euro. Doch Präsentation und Zustand des Kulturstaatsangebots sind regelrecht beschämend. Verfallene, vermüllte oder hinter dichter Vegetation schlicht nicht mehr auffindbare Kunst zeigt weder Wertschätzung gegenüber den Kunstschaffenden noch gegenüber ausgegebenem Geld.

Der ORH* hat 1.661 Kunstwerke aus dem Bestand nach Zustand, Verwaltung, Pflege und Instandhaltung geprüft. Eine Inventarisierung existiert nicht, die Mängelliste der vorgefundenen Kunst ist lang: Kunstobjekte waren funktionsuntüchtig (Licht- und Medieninstallationen) oder stillgelegt (Brunnen), andere zweckentfremdet oder verrottet oder nur noch in Teilen existent. „Es ist wie so oft: Was man vorher nicht pflegt, kostet nachher umso mehr Sanierungsgelder und verfehlt zudem den eigentlichen Zweck, in diesem Fall die schöpferische Kraft des Freistaats zu zeigen“, meinen Ursula Sowa und ihre Fraktionskollegin Sanne Kurz, kulturpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen. Sie fordern stattdessen: „Egal ob Brunnen, Skulpturen oder Bilder – wir sollten achtsam mit den Werken unserer Kunstschaffenden umgehen.“

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