Sowa fordert vorzeitige Auflösung des AnKER-Zentrums in Bamberg

Eine vorzeitige Auflösung des Bamberger AnKER-Zentrums fordert die Grünen-Landtagsabgeordnete und Bamberger Stadträtin Ursula Sowa. Anlass ist die Entscheidung des Regierungsbezirks Schwaben, die dortige AnKER-Einrichtung zu schließen und die Geflüchteten dezentral unterzubringen.

„Diese Entscheidung sollten wir auch für Oberfranken so treffen“, fordert Sowa. Aus der Sicht der Grünen haben sich die Massenunterkünfte – in Bamberg sind zeitweise bis zu 1500 Menschen untergebracht – in keiner Weise bewährt. „Behörden an einer Stelle im Bezirk zu konzentrieren, ist durchaus sinnvoll“, räumt Ursula Sowa ein, „aber Massenunterkünfte in unmittelbarer Nähe sind deswegen – wie die Erfahrungen zeigen – überhaupt nicht notwendig.“

Bestätigt sieht sich Sowa durch Zahlen, die vor kurzem dem Bayerischen Landtag bekannt gegeben wurden: So hat das AnKER-Zentrum in Bamberg dem Freistaat im Jahr 2018 insgesamt 17,8 Mio Euro gekostet. „Das sind bei einer angenommenen durchschnittlichen Belegung mit 1300 Personen umgerechnet 37 Euro pro Tag. Das ist weit mehr als bei jeder Form der dezentralen Unterkunft und steht in keinem Verhältnis zu den unguten Lebensbedingungen im AnKER-Zentrum.“

Bezeichnend ist dabei für Sowa vor allem der Anteil der Security-Kosten. „Der Freistaat gab für Security-Dienstleister im Jahr 2018 ganze 6,9 Mio Euro aus, das sind fast 40 Prozent der Gesamtkosten“, kommentiert die Grünen-Politikerin. Das sei in keiner dezentralen Unterkunft nötig – dort brauche es erfahrungsgemäß überhaupt keine Security. „Das zeigt sehr deutlich , welche Fehlkonstruktion  das Konzept der AnKER-Zentren ist: mit den Mitteln könnte man die Menschen wesentlich humaner unterbringen. Auch mit weniger Mitteleinsatz ließe sich die Situation verbessern, wenn die dezentrale Unterbringung in kleineren Dimensionen greifen würde. In Schwaben hat man das erkannt. Jetzt wird es Zeit für Oberfranken. In Bamberg muss die größte Einrichtung ebenso vorzeitig geschlossen werden und bessere Lösungen gefunden werden.“

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