Nur 2 Gebäude des Freistaats haben ein Nachhaltigkeitszertifikat

Die Bamberger Landtagsabgeordnete Ursula Sowa wollte wissen, ob der Freistaat Bayern eigene Hochbaumaßnahmen auf ihre Nachhaltigkeit überprüfen lässt. Zu diesem Zweck gibt es diverse Zertifikate. Das bekannteste und renommierteste hierzulande ist das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Gemeinsam mit dem Bundesministerium hat der Verein vor etwa zehn Jahren ein Zertifikat mit sehr umfassenden Kriterien entwickelt, das bereits bei rund anderthalb tausend Gebäuden angewandt wurde – auch über Deutschland hinaus. Wenig später startete man auch ein vergleichbares Bewertungssystem für Bundesgebäude, genannt: “Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen” (BNB).

Die Instrumente wären also da. Nur anwenden mag man sie in Bayern offenbar nicht wirklich. Das DGNB-Zertifikat taucht bei den Gebäuden des Freistaats kein einziges Mal auf, wie aus einer Antwort auf Sowas Anfrage hervorgeht. Und auch das BNB-Zertifikat haben in ganz Bayern lediglich zwei staatliche Gebäude erhalten – beide mit einem Gütesiegel in Silber, beide aus dem Jahr 2011. Konkret handelt es sich um das Finanzamt in Garmisch-Partenkirchen sowie ein Hörsaal- und Verfügungsgebäude der Universität Regensburg.

“Das ist zu wenig! Dass der Freistaat hier nicht mit gutem Beispiel vorangeht, ist ärgerlich”, stellt Sowa fest. “Mit dem Anstreben von Gütesiegeln könnte sich der Freistaat in einem so wichtigen Feld selbst eine hohe Messlatte setzen und deutlich nachhaltiger werden. Die verwendeten Baustoffe, der gewählte Standort, die Barrierefreiheit, die technische Umsetzung, die Abfallvermeidung, die Verknüpfung mit Mobilitätsformen, der energetische Standard und vieles mehr muss in einem modernen, nachhaltigen Gebäude beachtet und entsprechend umgesetzt werden”, so Sowa, die den Freistaat gerne zu einem klimafreundlichen Land entwickeln würde.

UPDATE (16.07.2019): Ich fordere das zuständige Ministerium in einem Antrag dazu auf, zu prüfen, wie das BNB-Zertifikat für den staatlichen Hochbau, letztlich auch den kommunalen Hochbau, eingesetzt werden kann.

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